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(32)
das vierte geselliger Freuden Genu§ in junger Freunde Gesellschaft."
Das sind alles LebensgŸter, Lebensfreuden. Wonach anders suchte
Diogenes von Sinope
, als nach dem wahren Lebensgenu§, den er in der
mšglichst geringen BedŸrftigkeit entdeckte? Wonach anders
Aristipp
,
der ihn im heiteren Mute unter allen Lagen fand? Sie suchen den
heitern, ungetrŸbten Lebensmut, die Heiterkeit, sie suchen "guter
Dinge zu sein".
Die Stoiker wollen den Weisen verwirklichen, den Mann der
Lebensweisheit, den Mann der zu leben wei§, also ein weises Leben;
sie finden ihn in der Verachtung der Welt, in einem Leben ohne
Lebensentwickelung, ohne Ausbreitung, ohne freundliches Vernehmen
mit der Welt, d. h. im isolierten Leben, im Leben als Leben, nicht im
Mitleben: nur der Stoiker lebt, alles Andere ist fŸr ihn tot. Umgekehrt
verlangen die
Epikur
eer ein bewegliches Leben.
<31> Die Alten verlangen, da sie guter Dinge sein wollen, nach
Wohlleben (die Juden besonders nach einem langen, mit Kindern und
GŸtern gesegneten Leben), nach der EudŠmonie, dem Wohlsein in den
verschiedensten Formen. Demokrit z. B. rŸhmt als solches die
"GemŸtsruhe", in der sich 's "sanft lebe, ohne Furcht und ohne
Aufregung".
[24] Er meint also, mit ihr fahre er am besten, bereite sich das beste
Los und komme am besten durch die Welt. Da er aber von der Welt
nicht loskommen kann, und zwar gerade aus dem Grunde es nicht
kann, weil seine ganze TŠtigkeit in dem BemŸhen aufgeht, von ihr
loszukommen, also im Absto§en der Welt (wozu doch notwendig die
absto§bare und abgesto§ene bestehen bleiben mu§, widrigenfalls nichts
mehr abzusto§en wŠre): so erreicht er hšchstens einen Šu§ersten Grad
der Befreiung, und unterscheidet sich von den weniger Befreiten nur
dem Grade nach. KŠme er selbst bis zur irdischen Sinnenertštung, die
nur noch das eintšnige Wispern des Wortes "Brahm " zulЧt, er
unterschiede sich dennoch nicht wesentlich vom sinnlichen Menschen.
(33)
Selbst die stoische Haltung und Mannestugend lŠuft nur darauf
hinaus, da§ man sich gegen die Welt zu erhalten und zu behaupten
habe, und die Ethik der Stoiker (ihre einzige Wissenschaft, da sie
nichts von dem Geiste auszusagen wu§ten, als wie er sich zur Welt
verhalten solle, und von der Natur [Physik] nur dies, da§ der Weise
sich gegen sie zu behaupten habe) ist nicht eine Lehre des Geistes,
sondern nur eine Lehre der Weltabsto§ung und Selbstbehauptung
gegen die Welt. Und diese besteht in der "UnerschŸtterlichkeit und
dem Gleichmute des Lebens", also in der ausdrŸcklichsten
Ršmertugend.
<32> Weiter als zu dieser Lebensweisheit brachten es auch die Ršmer
nicht (
Horaz
*,
Cicero
usw.).
Das Wohlergehen (Hedone) der
Epikur
eer ist dieselbe Lebensweisheit
wie die der Stoiker, nur listiger, betrŸgerischer. Sie lehren nur ein
anderes Verhalten gegen die Welt, ermahnen nur eine kluge Haltung
gegen die Welt sich zu geben: die Welt mu§ betrogen werden, denn sie
ist meine Feindin.
VollstŠndig wird der Bruch mit der Welt von den Skeptikern vollfŸhrt.
Meine ganze Beziehung zur Welt ist "wert- und wahrheitslos".
Timon
sagt: "die Empfindungen und Gedanken, welche wir aus der Welt
schšpfen, enthalten [25] keine Wahrheit." "Was ist Wahrheit!" ruft
Pilatus
* aus. Die Welt ist nach
Pyrrhon 's
Lehre weder gut noch
schlecht, weder schšn noch hЧlich usw., sondern dies sind PrŠdikate,
welche Ich ihr gebe.
Timon
sagt: "An sich sei weder etwas gut noch
sei es schlecht, sondern der Mensch denke sich 's nur so oder so"; der
Welt gegenŸber bleibe nur die Ataraxie (die UngerŸhrtheit) und
Aphasie (das Verstummen Ð oder mit andern Worten: die isolierte
Innerlichkeit) Ÿbrig. In der Welt sei "keine Wahrheit mehr zu
erkennen", die Dinge widersprechen sich, die Gedanken Ÿber die
Dinge seien unterschiedslos (gut und schlecht seien einerlei, so da§,
was der Eine gut nennt, ein Anderer schlecht findet); da sei es mit der
Erkenntnis der "Wahrheit" aus, und nur der er