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des Menschen ist des Menschen höchstes Wesen; das höchste Wesen
wird nun zwar von der Religion Gott genannt und als ein
gegenständliches Wesen betrachtet, in Wahrheit aber ist es nur des
Menschen eigenes Wesen, und deshalb ist der Wendepunkt der
Weltgeschichte der, daß fortan dem Menschen nicht mehr Gott als
Gott, sondern der Mensch als Gott erscheinen soll."
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Wir erwidern hierauf: "Das höchste Wesen ist allerdings das Wesen
des Menschen, aber eben weil es sein Wesen und nicht er selbst ist, so
bleibt es sich ganz gleich, ob Wir es außer ihm sehen und als "Gott "
anschauen, oder in ihm finden und "Wesen des Menschen" oder "der
Mensch" nennen. Ich bin weder Gott, noch der Mensch, weder das
höchste Wesen, noch Mein Wesen, und darum ist 's in der Hauptsache
einerlei, ob Ich das Wesen in Mir oder außer Mir denke. Ja Wir denken
auch wirklich immer das höchste Wesen in <45> beiderlei
Jenseitigkeit, in der innerlichen und äußerlichen, zugleich: denn der
"Geist Gottes" ist nach christlicher Anschauung auch "Unser Geist"
und "wohnet in Uns".
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Er wohnt im Himmel und wohnt in Uns; Wir
armen Dinger sind eben nur seine "Wohnung ", und wenn
Feuerbach
noch die himmlische Wohnung desselben zerstört, und ihn nötigt, mit
Sack und Pack zu Uns zu ziehen, so werden Wir, sein irdisches Logis,
sehr überfüllt werden.
Doch nach dieser Ausschweifung, die Wir Uns, gedächten Wir
überhaupt nach dem Schnürchen zu gehen, auf spätere Blätter hätten
versparen müssen, um eine Wiederholung zu [36] vermeiden, kehren
Wir zur ersten Schöpfung des Geistes, dem Geiste selbst, zurück.
Der Geist ist etwas anderes als Ich. Dieses Andere aber, was ist 's?
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§. 2. Die Besessenen
Hast Du schon einen Geist gesehen? "Nein, Ich nicht, aber Meine
Großmutter." Siehst Du, so geht Mir 's auch: Ich selbst habe keinen
gesehen, aber Meiner Großmutter liefen sie aller Wege zwischen die
Beine, und aus Vertrauen zur Ehrlichkeit Unserer Großmutter glauben
Wir an die Existenz von Geistern.
Aber hatten Wir denn keine Großväter, und zuckten die nicht jederzeit
die Achseln, so oft die Großmutter von ihren Gespenstern erzählte? Ja,
es waren das ungläubige Männer und die Unserer guten Religion viel
geschadet haben, diese Auf<46>klärer! Wir werden das empfinden!
Was läge denn dem warmen Gespensterglauben zu Grunde, wenn nicht
der Glaube an das "Dasein geistiger Wesen überhaupt", und wird
nicht dieser letztere selbst in ein unseliges Wanken gebracht, wenn man
gestattet, daß freche Verstandesmenschen an jenem rütteln dürfen?
Welch einen Stoß der Gottesglaube selbst durch die Ablegung des
Geister- oder Gespensterglaubens erlitt, das fühlten die Romantiker
sehr wohl, und suchten den unheilvollen Folgen nicht bloß durch ihre
wiedererweckte Märchenwelt abzuhelfen, sondern zuletzt besonders
durch das "Hereinragen einer höheren Welt", durch ihre
Somnambulen, Seherinnen von Prevorst* usw. Die guten Gläubigen
und Kirchenväter ahnten nicht, daß mit dem Gespensterglauben der
Religion ihr Boden entzogen werde, und daß sie seitdem in der Luft
schwebe. Wer an kein Gespenst mehr glaubt, der braucht nur in seinem
Unglauben konsequent fortzuwandeln, um einzusehen, daß überhaupt
hinter den Dingen kein apartes Wesen stecke, kein Gespenst oder ­ was
naiverweise auch dem Worte nach für gleichbedeutend gilt ­ kein
" Geist".
[37] "Es existieren Geister!" Blicke umher in der Welt und sage
selbst, ob nicht aus allem Dich ein Geist anschaut. Aus der Blume, der
kleinen, lieblichen, spricht der Geist des Schöpfers zu Dir, der sie so
wunderbar geformt hat; die Sterne ver