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lichkeit genugsam angedeutet, und können ihren hartnäckigen Streit
mit derselben hinter Uns <63> liegen lassen. Um ein höchstes Wesen
handelt es sich bei beiden, und ob dasselbe ein übermenschliches oder
ein menschliches sei, das kann [51] Mir, da es jedenfalls ein Wesen
über Mir, gleichsam ein übermeiniges ist, nur wenig verschlagen.
Zuletzt wird das Verhalten zum menschlichen Wesen oder zum
"Menschen ", hat es nur erst die Schlangenhaut der alten Religion
abgestreift, doch wieder eine religiöse Schlangenhaut tragen.
So belehrt Uns
Feuerbach
, daß "wenn man die spekulative
Philosophie nur umkehre, d. h. immer das Prädikat zum Subjekt, und so
das Subjekt zum Objekt und Prinzip mache, man die unverhüllte, die
pure, blanke Wahrheit habe."
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Damit verlieren Wir allerdings den
beschränkten religiösen Standpunkt, verlieren den Gott, der auf diesem
Standpunkte Subjekt ist; allein Wir tauschen dafür die andere Seite des
religiösen Standpunktes, den sittlichen ein. Wir sagen z. B. nicht mehr:
"Gott ist die Liebe", sondern "die Liebe ist göttlich". Setzen Wir
noch an die Stelle des Prädikats "göttlich " das gleichbedeutende
"heilig ", so kehrt der Sache nach alles Alte wieder zurück. Die Liebe
soll darnach das Gute am Menschen sein, seine Göttlichkeit, das was
ihm Ehre macht, seine wahre Menschlichkeit (sie "macht ihn erst zum
Menschen", macht erst einen Menschen aus ihm). So wäre es denn
genauer gesprochen so: Die Liebe ist das Menschliche am Menschen,
und das Unmenschliche ist der lieblose Egoist. Aber gerade alles
dasjenige, was das Christentum und mit ihm die spekulative
Philosophie, d. h. Theologie als das Gute, das Absolute offeriert, ist in
der Eigenheit eben nicht das Gute (oder, was dasselbe sagt, es ist nur
das Gute), mithin würde <64> durch die Verwandlung des Prädikats in
das Subjekt das christliche Wesen (und das Prädikat enthält ja eben das
Wesen) nur noch drückender fixiert. Der Gott und das Gött
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liche verflöchte sich um so unauflöslicher mit Mir. Den Gott aus
seinem Himmel zu vertreiben und der " Transzendenz"* zu berauben,
das kann [52] noch keinen Anspruch auf vollkommene Besiegung
begründen, wenn er dabei nur in die Menschenbrust gejagt, und mit
unvertilgbarer Immanenz beschenkt wird. Nun heißt es: Das Göttliche
ist das wahrhaft Menschliche!
Dieselben Leute, welche dem Christentum als der Grundlage des
Staates, d. h. dem sogenannten christlichen Staate widerstreben,
werden nicht müde zu wiederholen, daß die Sittlichkeit "der
Grundpfeiler des gesellschaftlichen Lebens und des Staates" sei. Als
ob nicht die Herrschaft der Sittlichkeit eine vollkommene Herrschaft
des Heiligen, eine "Hierarchie" wäre.
So kann hier beiläufig der aufklärenden Richtung gedacht werden, die,
nachdem die Theologen lange darauf bestanden hatten, nur der Glaube
sei fähig, die Religionswahrheiten zu fassen, nur den Gläubigen
offenbare sich Gott usw., also nur das Herz, Gefühl, die gläubige
Phantasie sei religiös, mit der Behauptung hervorbrach, daß auch der
"natürliche Verstand", die menschliche Vernunft fähig sei, Gott zu
erkennen. Was heißt das anders, als daß auch die Vernunft darauf
Anspruch machte, dieselbe Phantastin zu sein wie die Phantasie. In
diesem Sinne schrieb Reimarus seine "Vornehmsten Wahrheiten der
natürlichen Religion". Es mußte dahin kommen, daß der ganze
Mensch mit allen seinen Fähigkeiten sich als religiös erwies; Herz und
Gemüt, Verstand und Vernunft, Fühlen, Wissen und Wollen, kurz
Alles am Menschen erschien religiös.
Hegel
hat gezeigt, daß selbst die
Philosophie <65> religiös sei. Und was wird heutigen Tages nicht Alles
Religion genannt? Die "Religion der Liebe", die "Religion der
Freiheit", die "politische Religion", kurz jeder Enthusiasmus. So
ist 's auch in der Tat.
Noch heute brauchen Wir das welsche Wort "Religion ", welches den
Begriff der Gebundenheit ausdrückt. Gebunden bleiben Wir allerdings,
soweit die Religion unser Inneres