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als Deus. Also der Mensch ist Mir heilig. Und alles "wahrhaft
Menschliche" ist Mir heilig! "Die Ehe ist durch sich selbst heilig.
Und so ist es mit allen sittlichen Verhältnissen. Heilig ist und sei Dir
die Freundschaft, heilig das Eigentum, heilig die Ehe, heilig das Wohl
jedes Menschen, aber heilig an und für sich selbst."
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Hat man da nicht
wieder den Pfaffen? Wer ist sein Gott? Der Mensch? Was das
Göttliche? Das Menschliche! So hat sich allerdings das Prädikat nur ins
Subjekt verwandelt, und statt des Satzes "Gott ist die Liebe" heißt es
"die Liebe ist göttlich", statt "Gott ist Mensch geworden" "der
Mensch <77> ist Gott geworden" usw. Es ist eben nur eine neue
Religion. "Alle sittlichen Verhältnisse sind nur da moralische, sie
werden nur da mit sittlichem [63] Sinne gepflogen, wo sie durch sich
selbst (ohne religiöse Weihe durch den Segen des Priesters) als
religiöse gelten."
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Feuerbach
s Satz: die Theologie ist Anthropologie,
heißt nur "die Religion muß Ethik sein, die Ethik ist allein Religion."
Überhaupt bewirkt
Feuerbach
nur eine Umstellung von Subjekt und
Prädikat, eine Bevorzugung des letzteren. Da er aber selbst sagt: "Die
Liebe ist nicht dadurch heilig (und hat den Menschen niemals dadurch
für heilig gegolten), daß sie ein Prädikat Gottes, sondern sie ist ein
Prädikat Gottes, weil sie durch und für sich selbst göttlich ist"
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, so
konnte er finden, daß der Kampf gegen die Prädikate selbst eröffnet
werden mußte, gegen die Liebe und alle Heiligkeiten. Wie durfte er
hoffen die Menschen von Gott abzuwenden, wenn er ihnen das
Göttliche ließ? Und ist ihnen, wie
Feuerbach
sagt, Gott selbst nie die
Hauptsache gewesen, sondern nur seine Prädikate, so konnte er ihnen
immerhin den Flitter noch länger lassen, da ja die Puppe doch blieb,
der eigentliche Kern. Er erkennt das auch, daß es sich bei ihm "nur um
die Vernichtung einer Illusion handelt",
meint jedoch, sie "wirke
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grundverderblich auf die Menschen, da selbst die Liebe, an sich die
innerste, wahrste Gesinnung, durch die Religiosität zu einer
unscheinbaren, illusorischen werde, indem die religiöse Liebe den
Menschen nur um Gottes willen, also nur scheinbar den Menschen, in
Wahrheit nur Gott liebt".
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Ist dies anders mit der sittlichen Liebe?
Liebt sie den Menschen, diesen Menschen um dieses <78> Menschen
willen, oder um der Sittlichkeit willen, um des Menschen willen, also
denn homo homini Deus um Gottes willen?
Der Sparren hat noch eine Menge von formellen Seiten, deren einige
hier anzudeuten, nützlich sein möchte.
[64] So ist die Selbstverleugnung den Heiligen gemein mit den
Unheiligen, den Reinen und Unreinen. Der Unreine verleugnet alle
"besseren Gefühle", alle Scham, ja die natürliche Furchtsamkeit, und
folgt nur der ihn beherrschenden Begierde. Der Reine verleugnet seine
natürliche Beziehung zur Welt ("verleugnet die Welt") und folgt nur
dem ihn beherrschenden "Verlangen". Von Gelddurst getrieben
verleugnet der Habgierige alle Mahnungen des Gewissens, alles
Ehrgefühl, alle Milde und alles Mitleid: er setzt alle Rücksichten aus
den Augen: ihn reißt die Begierde fort. Gleiches begehrt der Heilige. Er
macht sich zum "Spotte der Welt", ist hartherzig und
"strenggerecht"; denn ihn reißt das Verlangen fort. Wie der Unheilige
vor dem Mammon* sich selbst verleugnet, so verleugnet der Heilige
sich vor Gott und den göttlichen Gesetzen. Wir leben jetzt in einer Zeit,
wo die Unverschämtheit der Heiligen täglich mehr gefühlt und
aufgedeckt wird, wodurch sie zugleich gezwungen ist, sich selbst
täglich mehr zu enthüllen und bloßzustellen. Übersteigt nicht die
Unverschämtheit und Dummheit der Gründe, mit denen man dem
"Fortschritt der Zeit" entgegenwirkt, längst alles Maß und alle
Erwartung? Aber es muß so kommen. Die Selbstverleugnenden müssen
als Heilige denselben Gang