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Gewohnheit die erste Sprosse, und da sie sich vorstellt, im Erklimmen
der Kultur zugleich den Himmel, das Reich der Kultur oder zweiten
Natur, zu erklimmen, so besteigt sie wirklich die erste Sprosse der ­
Himmelsleiter.
Hat das Mongolentum das Dasein geistiger Wesen festgestellt, eine
Geisterwelt, einen Himmel geschaffen, so haben die Kaukasier
Jahrtausende mit diesen geistigen Wesen gerungen, um ihnen auf den
Grund zu kommen. Was taten sie also anders, als daß sie auf
mongolischem Grund bauten? Sie haben nicht auf Sand, sondern in der
Luft gebaut, haben mit dem Mongolischen gerungen, den
mongolischen Himmel, den Thiän, gestürmt. Wann werden sie diesen
Himmel endlich vernichten? Wann werden sie endlich wirkliche
Kaukasier
werden und sich selber finden? Wann wird die
"Unsterblichkeit der Seele", die sich in letzterer Zeit noch mehr zu
sichern glaubte, wenn sie sich als "Unsterblichkeit des Geistes"
präsentierte, endlich in die Sterblichkeit des Geistes umschlagen?
Im industriösen Ringen der mongolischen Rasse hatten die <91>
Menschen einen Himmel erbaut, als die vom kaukasischen
Menschenstamme, solange sie in ihrer mongolischen Färbung es mit
dem Himmel zu tun haben, die entgegengesetzte Aufgabe, die
Aufgabe, jenen Himmel der Sitte zu stürmen, die himmelstürmende
Tätigkeit übernahmen. Alle Menschensatzung zu unterwühlen, um über
dem aufgeräumten Bauplatz eine neue und ­ bessere zu schaffen, alle
Sitte zu verderben, um immer neue und ­ bessere Sitten an die Stelle
derselben zu setzen usw., darauf beschränkt sich ihre Tat. Ist sie so [75]
aber schon rein und wirklich das, was sie zu sein trachtet, und erreicht
sie ihr letztes Absehen? Nein, sie ist in diesem Erschaffen eines
" Besseren" mit dem Mongolentum behaftet. Sie stürmt den Himmel
nur, um wieder einen Himmel zu machen, sie stürzt eine alte Gewalt
nur, um eine neue Gewalt zu legitimieren, sie ­ verbessert nur.
Gleichwohl ist der Zielpunkt, sooft er auch
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bei jedem neuen Ansatz aus den Augen verschwinden mag, der
wirkliche, vollendete Sturz des Himmels, der Sitte usw., kurz des nur
gegen die Welt gesicherten Menschen, der Isolierung oder
Innerlichkeit des Menschen. Durch den Himmel der Kultur sucht sich
der Mensch von der Welt zu isolieren, ihre feindselige Macht zu
brechen. Diese Himmelsisolierung muß aber gleichfalls gebrochen
werden, und das wahre Ende des Himmelstürmens ist der ­
Himmelssturz, die Himmelsvernichtung. Das Verbessern und Refor-
mirren
ist das Mongolentum des Kaukasiers, weil er dadurch von
neuem wieder setzt, was vorher schon war, nämlich eine Satzung, ein
Allgemeines, einen Himmel. Er hegt die unversöhnlichste Feindschaft
gegen den Himmel und baut doch täglich neue Himmel: Himmel auf
Himmel türmend erdrückt er nur einen durch den andern, der Himmel
der Juden zerstört den <92> der Griechen, der der Christen den der
Juden, der der Protestanten den der Katholiken usw. ­ Streifen die
himmelstürmenden
Menschen des kaukasischen Blutes ihre
Mongolenhaut ab, so werden sie den Gemütsmenschen unter dem
Schutt der ungeheuren Gemütswelt begraben, den isolierten Menschen
unter seiner isolierten Welt, den Verhimmelnden unter seinem Himmel.
Und der Himmel ist das Geisterreich, das Reich der Geistesfreiheit.
Das Himmelreich, das Reich der Geister und Gespenster, hat in der
spekulativen Philosophie seine rechte Ordnung gefunden. Hier wurde
es ausgesprochen als das Reich der Gedanken, Begriffe und Ideen: der
Himmel ist von Gedanken und Ideen bevölkert, und dies
"Geisterreich" ist dann die wahre Wirklichkeit.
[76] Dem Geiste Freiheit erwerben wollen, das ist Mongolentum,
Geistesfreiheit ist mongolische Freiheit, Gemütsfreiheit, moralische,
sittliche Freiheit usw.
Man nimmt das Wort "Sittlichkeit" wohl für gleichbedeutend mit
Selbsttätigkeit, Selbstbestimmung. Allein das liegt nicht darin, und es
hat sich der Kaukasier vielmehr nur