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drückt von denen, welche sich auf Gedanken stützen. Gedanken sind
das Heilige.
Immer aber stoßen Beide aneinander, der Gebildete an den
Ungebildeten, wie umgekehrt, und zwar nicht bloß im An[80]rennen
zweier Menschen, sondern in ein und demselben Menschen. Denn kein
Gebildeter ist so gebildet, daß er nicht auch an den Dingen Freude
fände, mithin ungebildet wäre, und kein Ungebildeter ist ganz ohne
Gedanken. Bei
Hegel
kommt endlich zu Tage, welche Sehnsucht
gerade der Gebildetste nach den Dingen hat, und welchen Abscheu er
vor jeder "hohlen Theorie" hegt. Da soll dem Gedanken ganz und gar
die Wirklichkeit, die Welt der Dinge, entsprechen und kein Begriff
ohne Realität sein. Dies verschaffte
Hegel
s System den Namen des
objektivsten, als feierten darin Gedanke und Ding ihre Vereinigung.
Aber es war dies eben nur die äußerste Gewaltsamkeit des Denkens,
die höchste Despotie und Alleinherrschaft desselben, der Triumph des
Geistes, und mit ihm der Triumph der Philosophie. Höheres kann die
Philosophie nicht mehr leisten, denn ihr Höchstes ist die Allgewalt des
Geistes, die Allmacht des Geistes.
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<98> Die geistlichen Menschen haben sich Etwas in den Kopf gesetzt,
was realisiert werden soll. Sie haben Begriffe von Liebe, Güte u. dergl.,
die sie verwirklicht sehen möchten; darum wollen sie ein Reich der
Liebe auf Erden errichten, worin Keiner mehr aus Eigennutz, sondern
Jeder "aus Liebe" handelt. Die Liebe soll herrschen. Was sie sich in
den Kopf gesetzt haben, wie soll man das anders nennen, als fixe
Idee? Es " spukt ja in ihrem Kopfe". Der beklemmendste Spuk ist der
Mensch. Man denke des Sprichwortes: "Der Weg zum Verderben ist
mit guten Vorsätzen gepflastert." Der Vorsatz, die Menschlichkeit
ganz in
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sich zu verwirklichen, ganz Mensch zu werden, ist von so
verderblicher Art; dahin gehören die Vorsätze, gut, edel, liebevoll usw.
zu werden.
In dem sechsten Hefte der Denkwürdigkeiten S. 7 sagt
Br
.
Bauer
:
"Jene Bürgerklasse, die für die neuere Geschichte ein so furchtbares
Gewicht erhalten sollte, ist keiner aufopfern[81]den Handlung, keiner
Begeisterung für eine Idee, keiner Erhebung fähig: sie gibt sich für
nichts hin, als für das Interesse ihrer Mittelmäßigkeit, d. h. sie bleibt
immer auf sich selbst beschränkt und siegt endlich nur durch ihre
Massenhaftigkeit, mit welcher sie die Anstrengungen der Leidenschaft,
der Begeisterung, der Konsequenz zu ermüden wußte, durch ihre
Oberfläche, in welche sie einen Teil der neuen Ideen einsaugt."
18
Und
S. 6: "Sie hat die revolutionären Ideen, für welche nicht sie, sondern
uneigennützige oder leidenschaftliche Männer sich aufopferten, sich
allein zu Gute kommen lassen, den Geist in Geld verwandelt. Freilich
nachdem sie jenen <99> Ideen die Spitze, die Konsequenz, den
zerstörenden und gegen allen Egoismus fanatischen Ernst genommen
hatte." Diese Leute sind also nicht aufopfernd, nicht begeistert, nicht
ideal, nicht konsequent, keine Enthusiasten; sie sind im gewöhnlichen
Verstande Egoisten, Eigennützige, auf ihren Vorteil bedacht, nüchtern,
berechnend usw.
Wer ist denn "aufopfernd "? Vollständig doch wohl derjenige, der an
Eins, Einen Zweck, Einen Willen, Eine Leidenschaft usw. alles Andere
setzt. Ist der Liebende, der Vater und Mutter verläßt, der alle Gefahren
und Entbehrungen besteht, um zu seinem Ziele zu kommen, nicht
aufopfernd? Oder der Ehrgeizige, der alle Begierden, Wünsche und
Befriedigungen der einzigen Leidenschaft darbringt, oder der Geizige,
der sich Alles versagt, um Schätze zu sammeln, oder der
Vergnügungssüchtige usw.? Ihn beherrscht eine Leidenschaft, der er
die übrigen zum Opfer bringt.
Und sind diese Aufopfernden etwa nicht eigennützig, nicht Egoisten?
Da sie nur Eine herrschende Leidenschaft haben,