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indem jeder Teilnehmende bedŠchte, da§ er [84] der Bestrafung des
Diebes deshalb beitreten mŸsse, weil sonst das straflose <102> Stehlen
allgemein werden und auch ihn um das Seinige bringen kšnnte. Eine
solche Berechnung lЧt sich indes schwerlich bei Vielen voraussetzen,
und man wird vielmehr den Ausruf hšren: der Dieb sei ein
"Verbrecher". Da haben Wir ein Urteil vor Uns, indem die Handlung
des Diebes ihren Ausdruck erhŠlt in dem Begriffe "Verbrechen". Nun
stellt sich die Sache so: Wenn ein Verbrechen auch weder Mir, noch
irgend einem derjenigen, an welchen Ich Anteil nehme, den geringsten
Schaden brŠchte, so wŸrde Ich dennoch gegen dasselbe eifern. Warum?
Weil Ich fŸr die Sittlichkeit begeistert, von der Idee der Sittlichkeit
erfŸllt bin; was ihr feindlich ist, das verfolge Ich. Weil ihm der
Diebstahl ohne alle Frage fŸr verabscheuungswŸrdig gilt, darum glaubt
z. B. Proudhon schon mit dem Satze: "Das Eigentum ist ein Dieb-
stahl" dieses gebrandmarkt zu haben. Im Sinne der PfŠffischen ist er
allemal ein Verbrechen oder mindestens Vergehen.
Hier hat das persšnliche Interesse ein Ende. Diese bestimmte Person,
die den Korb gestohlen hat, ist meiner Person všllig gleichgŸltig; nur
an dem Diebe, diesem Begriffe, von welchem jene Person ein
Exemplar darstellt, nehme Ich ein Interesse. Der Dieb und der Mensch
sind in meinem Geiste unversšhnliche GegensŠtze; denn man ist nicht
wahrhaft Mensch, wenn man Dieb ist; man entwŸrdigt in sich den
Menschen, oder die "Menschheit", wenn man stiehlt. Aus dem
persšnlichen Anteil herausfallend, gerŠt man in den Philanthropismus,
die Menschenfreundlichkeit, die gewšhnlich so mi§verstanden wird,
als sei sie eine Liebe zu den Menschen, zu jedem Einzelnen, wŠhrend
sie nichts als eine Liebe des Menschen, des unwirklichen Begriffs, des
Spuks ist. Nicht
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, die Menschen, sondern ˜
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, den <103> Menschen, schlie§t der Philanthrop in sein
Herz. Allerdings bekŸmmert er sich um jeden Einzelnen, aber nur des
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wegen, weil er sein geliebtes Ideal Ÿberall verwirklicht sehen mšchte.
Also von der Sorge um Mich, Dich, Uns ist hier keine Rede: [85] das
wŠre persšnliches Interesse und gehšrt in das Kapitel von der
"weltlichen Liebe". Der Philanthropismus ist eine himmlische,
geistige, eine Ð pfŠffische Liebe. Der Mensch mu§ in Uns hergestellt
werden, und gingen Wir armen Teufel darŸber auch zu Grunde. Es ist
derselbe pfŠffische Grundsatz wie jenes berŸhmte fiat justitia, pereat
mundus*: Mensch und Gerechtigkeit sind Ideen, Gespenster, denen zu
Liebe alles geopfert wird: darum sind die pfŠffischen Geister die
"aufopfernden ".
Wer fŸr den Menschen schwŠrmt, der lЧt, soweit jene SchwŠrmerei
sich erstreckt, die Personen au§er Acht und schwimmt in einem
idealen, heiligen Interesse. Der Mensch ist ja keine Person, sondern ein
Ideal, ein Spuk.
Zu dem Menschen kann nun das Allerverschiedenste gehšren und
gerechnet werden. Findet man das Haupterfordernis desselben in der
Fršmmigkeit, so entsteht das religišse Pfaffentum; sieht man 's in der
Sittlichkeit, so erhebt das sittliche Pfaffentum sein Haupt. Die
pfŠffischen Geister unserer Tage mšchten deshalb aus Allem eine
"Religion " machen; eine "Religion der Freiheit, Religion der
Gleichheit usw.", und alle Ideen werden ihnen zu einer "heiligen Sa-
che", z. B. selbst das StaatsbŸrgertum, die Politik, die …ffentlichkeit,
Pre§freiheit, Schwurgericht usw.
Was hei§t nun in diesem Sinne "UneigennŸtzigkeit"? Nur ein ideales
Interesse haben, vor welchem kein Ansehen der Person gilt!
<104> Dem widersetzt sich der starre Kopf des weltlichen Menschen,
ist aber Jahrtausende lang immer soweit wenigstens erlegen, da§ er den
widerspenstigen Nacken beugen und "die hšhere Macht verehren"
mu§te: das Pfaffentum drŸckte ihn nieder. Hatte der weltliche Egoist
Eine hšhere Macht abgeschŸttelt, z. B. das Alttestamentliche Gesetz,
den ršmischen