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Dadurch erschuf er eine viel vollkommnere und absolutere
Monarchie, und das ganze vorher herrschende Prinzip der Stände, das
Prinzip der kleinen Monarchien innerhalb der großen, ging zu Grunde.
Man kann aber nicht sagen, die Revolution habe den beiden ersten
privilegierten Ständen gegolten, sondern sie galt den kleinen
ständischen Monarchien überhaupt. Waren aber die Stände und ihre
Zwingherrschaft gebrochen (auch der König war ja nur ein
Ständekönig, kein Bürgerkönig), so blieben die aus der
Standesungleichheit befreiten Individuen übrig. <137> Sollten sie nun
wirklich ohne Stand und aus "Rand und Band" sein, durch keinen
Stand (status) mehr gebunden ohne allgemeines Band? Nein, es hatte ja
nur deshalb der dritte Stand sich zur Nation erklärt, um nicht ein Stand
neben andern Ständen zu bleiben, sondern der einzige Stand zu werden.
Dieser einzige Stand ist die Nation, der "Staat " (status). Was war nun
aus dem Einzelnen geworden? Ein politischer Protestant, denn er war
mit seinem Gotte, dem Staate, in unmittelbaren Konnex* getreten. Er
war nicht mehr als Adliger in der Noblessenmonarchie, als Handwerker
[114] in der Zunftmonarchie, sondern Er wie Alle erkannten und
bekannten nur Einen Herrn, den Staat, als dessen Diener sie sämtlich
den gleichen Ehrentitel "Bürger" erhielten.
Die Bourgeoisie ist der Adel des Verdienstes, "dem Verdienste seine
Kronen" ihr Wahlspruch. Sie kämpfte gegen den "faulen " Adel,
denn nach ihr, dem fleißigen, durch Fleiß und Verdienst erworbenen
Adel, ist nicht der "Geborene" frei, aber auch nicht Ich bin frei,
sondern der "Verdienstvolle", der redliche Diener (seines Königs; des
Staates; des Volkes in den konstitutionellen Staaten). Durch Dienen
erwirbt man Freiheit, d. h. erwirbt sich "Verdienste" und diente man
auch dem Mammon. Verdient machen muß man sich um den Staat, d.
h. um das Prinzip des Staates, um den sittlichen Geist desselben. Wer
diesem Geiste des Staates dient, der ist, er lebe, welchem rechtlichen Er
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werbszweige er wolle, ein guter Bürger. In ihren Augen treiben die
"Neuerer" eine "brotlose Kunst". Nur der "Krämer " ist
"praktisch ", und Krämergeist ist so gut der, der nach Beamtenstellen
jagt, als der, welcher im Handel sein Schäfchen zu scheren oder
sonstwie sich und Andern nützlich zu werden sucht.
<138> Gelten aber die Verdienstvollen als die Freien (denn was fehlt
dem behaglichen Bürger, dem treuen Beamten an derjenigen Freiheit,
nach der sein Herz verlangt?), so sind die "Diener " die Freien. Der
gehorsame Diener ist der freie Mensch! Welch eine Härte der
Widersinnigkeit! Dennoch ist dies der Sinn der Bourgeoisie, und ihr
Dichter
Goethe
, wie ihr Philosoph
Hegel
haben die Abhängigkeit des
Subjekts vom Objekt, den Gehorsam gegen die objektive Welt usw. zu
verherrlichen gewußt. Wer nur der Sache dient, "sich ihr ganz
hingibt", der hat die wahre Freiheit. Und die Sache war bei den
Denkenden die Vernunft, sie, die gleich Staat und Kirche
allgemeine Gesetze gibt und durch den Gedanken der Menschheit den
einzelnen Menschen in Bande schlägt. Sie bestimmt, was "wahr " sei,
wonach man sich dann zu richten hat. Keine "vernünftigeren" Leute
als die [115] redlichen Diener, die zunächst als Diener des Staates gute
Bürger genannt werden.
Sei Du steinreich oder blutarm das überläßt der Staat des Bürgertums
Deinem Belieben; habe aber nur eine "gute Gesinnung". Sie verlangt
er von Dir und hält es für seine dringendste Aufgabe, dieselbe bei
Allen herzustellen. Darum wird er vor "bösen Einflüsterungen" Dich
bewahren, indem er die "Übelgesinnten" im Zaume hält und ihre
aufregenden Reden unter Zensurstrichen oder Preßstrafen und hinter
Kerkermauern verstummen läßt, und wird anderseits Leute von "guter
Gesinnung" zu Zensoren bestellen und auf alle Weise von
"Wohlgesinnten und Wohlmeinenden" einen moralischen Einfluß auf
Dich ausüben lassen. Hat er Dich gegen die bösen Einflüsterungen taub
gemacht, so öffnet