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Seltsamer und doch höchst natürlicher Widerspruch. Die Konkurrenz,
in der allein das bürgerliche oder politische Leben sich abwickelt, ist
durch und durch ein Glücksspiel, [133] von den <160>
Börsenspekulationen herab bis zur Ämterbewerbung, der Kundenjagd,
dem Arbeitsuchen, dem Trachten nach Beförderung und Orden, dem
Trödel des Schacherjuden usw. Gelingt es, die Mitbewerber
auszustechen und zu überbieten, so ist der "glückliche Wurf" getan;
denn für ein Glück muß es schon genommen werden, daß der Sieger
mit einer, wenn auch durch den sorgsamsten Fleiß ausgebildeten
Begabtheit sich ausgestattet sieht, gegen welche die Andern nicht
aufzukommen wissen, also daß sich keine Begabteren finden. Und
die nun mitten in diesem Glückswechsel ihr tägliches Wesen treiben,
ohne ein Arg dabei zu haben, geraten in die sittlichste Entrüstung,
wenn ihr eigenes Prinzip in nackter Form auftritt und als Hazardspiel
"Unglück anrichtet". Das Hazardspiel ist ja eine zu deutliche, zu
unverhüllte Konkurrenz und verletzt wie jede entschiedene Nacktheit
das ehrsame Schamgefühl.
Diesem Treiben des Ungefährs wollen die Sozialen Einhalt tun und
eine Gesellschaft bilden, in welcher die Menschen nicht länger vom
Glücke abhängig, sondern frei sind.
Auf die natürlichste Weise äußerst sich dies Streben zuerst als Haß der
"Unglücklichen" gegen die "Glücklichen", d. h. derer, für welche
das Glück wenig oder nichts getan hat, gegen diejenigen, für die es
Alles getan hat.
Eigentlich gilt der Unmut aber nicht den Glücklichen, sondern dem
Glücke, diesem faulen Fleck des Bürgertums.
Da die Kommunisten erst die freie Tätigkeit für das Wesen des
Menschen erklären, bedürfen sie, wie alle werkeltägige Gesinnung,
eines Sonntags, wie alles materielle Streben, eines Gottes, einer
Erhebung und Erbauung neben ihrer geistlosen "Arbeit".
<161> Daß der Kommunist in Dir den Menschen, den Bruder erblickt,
das ist nur die sonntägliche Seite des Kommunis
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mus. Nach der werkeltägigen nimmt er Dich keineswegs als Menschen
schlechthin, sondern als menschlichen Arbeiter oder arbeitenden
Menschen. Das liberale Prinzip steckt in der ersteren Anschauung, in
die zweite verbirgt sich die Illibera[134]lität. Wärest Du ein
"Faulenzer", so würde er zwar den Menschen in Dir nicht verkennen,
aber als einen "faulen Menschen" ihn von der Faulheit zu reinigen
und Dich zu dem Glauben zu bekehren streben, daß das Arbeiten des
Menschen "Bestimmung und Beruf" sei.
Darum zeigt er ein doppeltes Gesicht: mit dem einen hat er darauf
Acht, daß der geistige Mensch befriedigt werde, mit dem andern schaut
er sich nach Mitteln für den materiellen oder leiblichen um. Er gibt
dem Menschen eine zwiefache Anstellung, ein Amt des materiellen
Erwerbs und eines des geistigen.
Das Bürgertum hatte geistige und materielle Güter frei hingestellt und
Jedem anheim gegeben, danach zu langen, wenn ihn gelüste.
Der Kommunismus verschafft sie wirklich Jedem, dringt sie ihm auf
und zwingt ihn, sie zu erwerben. Er macht Ernst damit, daß Wir, weil
nur geistige und materielle Güter Uns zu Menschen machen, diese
Güter ohne Widerrede erwerben müssen, um Mensch zu sein. Das
Bürgertum machte den Erwerb frei, der Kommunismus zwingt zum
Erwerb, und erkennt nur den Erwerbenden an, den Gewerbtreibenden.
Es ist nicht genug, daß das Gewerbe frei ist, sondern Du mußt es
ergreifen.
So bleibt der Kritik nur übrig zu beweisen, der Erwerb dieser Güter
mache Uns noch keineswegs zu Menschen.
<162> Mit dem liberalen Gebote, daß Jeder aus sich einen Menschen
oder Jeder sich zum Menschen machen soll, war die Notwendigkeit
gesetzt, daß Jeder zu dieser Arbeit der Vermenschlichung Zeit
gewinnen müsse, d. h. daß Jedem möglich werde, an sich zu arbeiten.
Das Bürgertum glaubte dies vermittelt zu haben, wenn