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(146)
es alles Menschliche der Konkurrenz übergebe, den Einzelnen aber zu
jeglichem Menschlichen berechtige. "Es darf Jeder nach Allem
streben!"
Der soziale Liberalismus findet, daß die Sache mit dem "Dürfen "
nicht abgetan sei, weil dürfen nur heißt, es ist [135] Keinem verboten,
aber nicht, es ist Jedem möglich gemacht. Er behauptet daher, das
Bürgertum sei nur mit dem Munde und in Worten liberal, in der Tat
höchst illiberal. Er seinerseits will Uns allen die Mittel geben, an Uns
arbeiten zu können.
Durch das Prinzip der Arbeit wird allerdings das des Glückes oder der
Konkurrenz überboten. Zugleich aber hält sich der Arbeiter in seinem
Bewußtsein, daß das Wesentliche an ihm "der Arbeiter" sei, vom
Egoismus fern und unterwirft sich der Oberhoheit einer
Arbeitergesellschaft, wie der Bürger mit Hingebung am Konkurrenz-
Staate hing. Der schöne Traum von einer "Sozialpflicht" wird noch
fortgeträumt. Man meint wieder, die Gesellschaft gebe, was Wir
brauchen, und Wir seien ihr deshalb verpflichtet, seien ihr alles
schuldig.
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Man bleibt dabei, einem "höchsten Geber alles Guten"
die<163>nen zu wollen. Daß die Gesellschaft gar kein Ich ist, das
geben, verleihen oder gewähren könnte, sondern ein Instrument oder
Mittel, aus dem Wir Nutzen ziehen mögen, daß Wir keine
gesellschaftlichen Pflichten, sondern lediglich Interessen haben, zu
deren Verfolgung Uns die Gesellschaft dienen müsse, daß Wir der
Gesellschaft kein Opfer schuldig sind, sondern, opfern Wir etwas, es
Uns opfern: daran denken die Sozialen nicht, weil sie als Liberale
im religiösen Prinzip gefangen sitzen und eifrig trachten nach einer,
wie es der Staat bisher war, heiligen Gesellschaft!
Die Gesellschaft, von der Wir alles haben, ist eine neue
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Herrin, ein neuer Spuk, ein neues "höchstes Wesen", das Uns "in
Dienst und Pflicht nimmt!"
Die nähere Würdigung des politischen sowohl als des sozialen
Liberalismus kann ihre Stelle erst weiter unten finden. Wir gehen für
jetzt dazu über, sie vor den Richterstuhl des humanen oder kritischen
Liberalismus zu stellen.
[136]
§. 3. Der humane Liberalismus
Da in dem sich kritisierenden, dem "kritischen" Liberalismus, wobei
der Kritiker ein Liberaler bleibt und über das Prinzip des Liberalismus,
den Menschen, nicht hinausgeht, der Liberalismus sich vollendet, so
mag er vorzugsweise nach dem Menschen benannt werden und der
"humane" heißen.
Der Arbeiter gilt für den materiellsten und egoistischsten Menschen.
Er leistet für die Menschheit gar nichts, tut alles für sich, zu seiner
Wohlfahrt.
Das Bürgertum hat, weil es den Menschen nur seiner Geburt nach für
frei ausgab, ihn im Übrigen in den <164> Klauen des Unmenschen
(Egoisten) lassen müssen. Daher hat der Egoismus unter dem Regiment
des politischen Liberalismus ein ungeheures Feld zu freier Benutzung.
Wie der Bürger den Staat, so wird der Arbeiter die Gesellschaft
benutzen für seine egoistischen Zwecke. Du hast doch nur einen
egoistischen Zweck, deine Wohlfahrt! wirft der Humane dem Sozialen
vor. Fasse ein rein menschliches Interesse, dann will Ich dein Gefährte
sein. "Dazu gehört aber ein stärkeres, ein umfassenderes, als ein
Arbeiterbewußtsein." "Der Arbeiter macht Nichts, drum hat er Nichts:
er macht aber Nichts, weil seine Arbeit stets eine einzeln bleibende, auf
sein eigenstes Bedürfnis berechnete, tägliche ist."
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Man kann sich
dem entgegen etwa Folgendes denken: die Arbeit
Gutenberg
s blieb
nicht einzeln, son