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dern erzeugte unzählige Kinder und lebt heute noch, sie war auf das
Bedürfnis der Menschheit berechnet, und war
eine ewige,
unvergängliche.
Das humane Bewußtsein verachtet sowohl das Bürger- als das
Arbeiter-Bewußtsein: denn der Bürger ist nur "entrüstet" über den
Vagabunden (über Alle, welche "keine be[137]stimmte
Beschäftigung" haben) und deren "Immoralität"; den Arbeiter
"empört" der Faulenzer ("Faulpelz") und dessen "unsittliche",
weil aussaugende und ungesellschaftliche, Grundsätze. Dagegen
erwidert der Humane: Die Unseßhaftigkeit Vieler ist nur dein Produkt,
Philister! Daß Du aber, Proletarier, Allen das Büffeln zumutest, und die
Plackerei zu einer allgemeinen machen willst, das hängt Dir noch von
deiner seitherigen Packeselei an. Du willst freilich dadurch, daß <165>
Alle sich gleichsehr placken müssen, die Plackerei selbst erleichtern,
jedoch nur aus dem Grunde, damit Alle gleichviel Muße gewinnen.
Was aber sollen sie mit ihrer Muße anfangen? Was tut deine
"Gesellschaft", damit diese Muße menschlich verbracht werde? Sie
muß wieder die gewonnene Muße dem egoistischen Belieben
überlassen und gerade der Gewinn, den deine Gesellschaft fördert, fällt
dem Egoisten zu, wie der Gewinn des Bürgertums, die Herrenlosigkeit
des Menschen, vom Staate nicht mit einem menschlichen Inhalt erfüllt
werden konnte und deshalb der Willkür überlassen wurde.
Allerdings ist notwendig, daß der Mensch herrenlos sei, aber darum
soll auch nicht wieder der Egoist über den Menschen, sondern der
Mensch über den Egoisten Herr werden. Allerdings muß der Mensch
Muße finden, aber wenn der Egoist sich dieselbe zu Nutze macht, so
entgeht sie dem Menschen; darum müßtet Ihr der Muße eine
menschliche Bedeutung geben. Aber auch eure Arbeit unternehmt Ihr
Arbeiter aus egoistischem Antriebe, weil Ihr essen, trinken, leben
wollt; wie solltet Ihr bei der Muße weniger Egoisten sein? Ihr arbeitet
nur, weil nach getaner Arbeit gut feiern
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(faulenzen) ist, und womit Ihr eure Mußezeit hinbringt, das bleibt dem
Zufall überlassen.
Soll aber dem Egoismus jede Tür verriegelt werden, so müßte ein
völlig "uninteressiertes" Handeln erstrebt werden, die gänzliche
Uninteressiertheit. Dies ist allein menschlich, weil nur der Mensch
uninteressiert ist; der Egoist immer interessiert.
[138] Lassen Wir einstweilen die Uninteressiertheit gelten, so fragen
Wir: Willst Du an nichts Interesse nehmen, für nichts <166> begeistert
sein, nicht für die Freiheit, Menschheit usw.? "O ja, das ist aber kein
egoistisches Interesse, keine Interessiertheit, sondern ein menschliches,
d. h. ein theoretisches, nämlich ein Interesse nicht für einen Einzel-
nen oder die Einzelnen ("Alle "), sondern für die Idee, für den
Menschen!"
Und Du merkst nicht, daß Du auch nur begeistert bist für deine Idee,
deine Freiheitsidee?
Und ferner merkst Du nicht, daß deine Uninteressiertheit wieder, wie
die religiöse, eine himmlische Interessiertheit ist? Der Nutzen der
Einzelnen läßt Dich allerdings kalt, und Du könntest abstrakt ausrufen:
fiat libertas, pereat mundus*. Du sorgest auch nicht für den andern Tag
und hast überhaupt keine ernstliche Sorge für die Bedürfnisse des
Einzelnen, nicht für dein eigenes Wohlleben, noch das der Andern;
aber Du machst Dir eben aus alledem nichts, weil Du ein Schwärmer
bist.
Wird etwa der Humane so liberal sein, alles Menschenmögliche für
menschlich auszugeben? Im Gegenteil! Über die Hure teilt er zwar das
moralische Vorurteil des Philisters nicht, aber "daß dies Weib ihren
Körper zur Gelderwerb-Maschine macht"
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das macht sie ihm als
"Menschen " verächtlich. Er urteilt: Die Hure ist nicht Mensch, oder:
so